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Alexander Zemlinsky (1872-1942)
Komponist, Almas Kompositionslehrer & Liebhaber
Alexander Zemlinsky, damals 28, lernte Alma Schindler im Februar
1900 auf einer Abendgesellschaft in der Villa Spitzer auf
der Hohen Warte in Wien kennen. Kurz zuvor hatte die 21-Jährige
Zemlinsky erlebt, als er im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins
die Uraufführung seiner Kantate Frühlingsbegräbnis
dirigierte. Im März besuchte Alma mit ihrem Gast, dem
Maler Fernand Khnopff, eine Aufführung seiner Oper Es
war einmal in der Hofoper.
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Alma und die Musik Zemlinskys
Zwischen der attraktiven und selbstbewussten Alma und dem
introvertierten Zemlinsky entwickelte sich bald ein stürmisches
Verhältnis. Zemlinsky wurde Almas Kompositionslehrer,
nachdem er einige ihrer bereits komponierten Lieder begutachtet
hatte, und verkehrte fortan im Haus von Almas Stiefvater Carl
Moll. Seit dem Herbst 1900 ging das Verhältnis über
den Unterricht hinaus. Zemlinsky und Alma Schindler begannen
eine leidenschaftliche und komplizierte Liebesbeziehung, die
bis zum folgenden Herbst dauerte. Zemlinsky widmete seiner
Geliebten die 1899 komponierten Fünf Gesänge
op. 7.
Sowohl Almas Tagebuch-Suiten als auch Zemlinskys Briefe dokumentieren
die ungewöhnliche und unglücklich verlaufende Beziehung
Almas zu Alexander. Alma bewunderte die Musik und die Intelligenz
Zemlinskys. Sie war fasziniert von seiner erotischen Ausstrahlung,
wiewohl sie den kleingewachsenen Komponisten nicht attraktiv
fand. Nicht nur Almas Mutter, auch sie wollte Zemlinskys Herkunft
und Sorgen um den beruflichen Fortgang nicht akzeptieren.
Zemlinsky liebte Alma abgöttisch, lehnte aber ihre oft
oberflächlichen Gesellschaften ab. Er wollte eine Frau,
die sich mit ihm und für ihn aus der Öffentlichkeit
zurückzog, was für Alma niemals in Frage kam.
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Photographie von Alma Schindler (um
1900) mit Ihrer Unterschrift.
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Rückseite mit Almas Widmung an
Zemlinsky: "Herrn Alexander von Zemlinksy in aufrichtiger
Freundschaft."
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Im Herbst 1901 begegnete Alma dem wesentlich älteren
Gustav Mahler bei einem Konzert, das Zemlinsky dirigierte.
Kurze Zeit später heiratete Alma Gustav Mahler.
Nach Almas Heirat brach der Kontakt bis 1903 ab, danach gab
es wiederholt Begegnungen und Briefkontakt.
Die Beziehung zu Alma wurde zur Inspirationsquelle von Zemlinskys
Oper Der Zwerg (nach Oskar Wilde, uraufgeführt
1922). In diesem Einakter bekommt eine schöne Prinzessin
einen Zwerg als Geburtstagsgeschenk, der sich noch nie im
Spiegel gesehen hat. Er verliebt sich in sie und glaubt auf
Gegenliebe zu stoßen, nachdem ihm die Prinzessin als
Spaß für die Gesellschaft eine Rose zuwirft. Am
Ende wird er über das üble Spiel aufgeklärt,
sieht sich im Spiegel - und stirbt.
Zemlinsky war auch Gast bei Almas legendärer Abschiedsparty
am 12. Juni 1937, die sie vor ihrer Emigration nach Amerika
in ihrer Villa auf der Hohen Warte gab. In ihrer Autobiographie
Aus meinem Leben gibt Alma eine verkürzte
und verharmlosende Darstellung ihres Verhältnisses zu
Zemlinsky wider, die deutlich von den früheren Tagebucheintragungen
abweicht.
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