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Die Komponistin Alma
In ihrer künstlerisch aktiven Zeit komponierte Alma etwas
mehr als hundert Lieder, verschiedene Instrumentalstücke
und den Anfang einer Oper. Von ihrem uvre sind allerdings
nur sechzehn Lieder erhalten geblieben. Die übrigen Kompositionen
gingen während des Zweiten Weltkrieges verloren.
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Alma 1900
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Alma 1909
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Alma 1900
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1910 gab ihr Ehemann Gustav Mahler bei der Universaledition
fünf Lieder heraus, die Alma zwischen 1900 und 1901 komponiert
hatte. Nach der schweren Ehekrise, die Almas Affäre mit
Walter Gropius folgte, nahm sich Mahler wie mit schlechtem
Gewissen plötzlich dieser Jugendkompositionen an, schlug
sogar eine gemeinsame Überarbeitung vor. Noch im selben
Jahr ließ er folgende fünf Lieder drucken und in
Wien und New York uraufführen:
- Die stille Stadt, Text von Richard Dehmel
- In meines Vaters Garten, Text von Otto Erich Hartleben
- Laue Sommernacht, Text von Otto Julius Bierbaum
- Bei dir ist es traut, Text von Rainer Maria Rilke
- Ich wandle unter Blumen, Text von Heinrich Heine
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Erstveröffentlichung von Almas
Liedern, herausgegeben 1910 von G. Mahler
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Vier Lieder 1915, mit dem Titelblatt
"Fortuna" von Oskar Kokoschka
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1915 veröffentlichte Alma Mahler-Werfel vier weitere
Lieder, aus der Zeit zwischen 1901 und 1911. Das Titelblatt
zierte Oskar Kokoschkas Lithographie "Fortuna":
- Licht in der Nacht, Text von Otto Julius Bierbaum
- Waldseligkeit, Text von Richard Dehmel
- Ansturm, Text von von Richard Dehmel
- Erntelied, Text von Gustav Falke
1924 wurden fünf weitere Lieder veröffentlicht:
- Hymne, Text von Novalis
- Ekstase, Text von Otto Julius Bierbaum
- Der Erkennende, Text von Franz Werfel, komponiert
1915
- Lobgesang, Text von Richard Dehmel
- Hymne an die Nacht, Text von Novalis
2000 wurden zwei nachgelassene Lieder Almas publiziert:
- Kennst du meine Nächte, Textdichter unbekannt
- Leise weht ein erstes Blühn, Text von Rainer
Maria Rilke
Alma in der
Musik anderer Komponisten
MAHLER
5. Symphonie
(Liebesbrief an Alma)
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Mahler und Wilem Mengelberg 1906 am
Zuiderzee in Holland
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Das "Adagietto" in Mahlers 5. Symphonie ist eine
musikalische Huldigung an Alma. In der Partitur, die er seinem
Freund, dem Dirigenten Willem engelberg, gegeben hatte, kann
man einen Eintrag des Besitzers lesen:
"Dieses Adagietto war eine Liebeserklärung an
Alma! Statt eines Briefes sandte er ihr dieses im Manuskript:
weiter kein Wort dazu. Sie hat es verstanden und schrieb ihm,
er solle kommen!!! Beide haben mir dies erzählt. WM".
Ausserdem wurde das Adagietto als Leitmotiv zu Viscontis
Tod in Venedig weltberühmt.
Den Trauermarsch der 5. Symphonie gibt es, von Mahler selbst
auf einem mechanischen Welte-Klavier gespielt - Piano Rolls
(Originalaufnahmen)
6. Symphonie (Das "Alma-Thema")
Gustav Mahlers Sechste Sinfonie in a-Moll von 1904 ist eines
seiner finstersten und gewaltvollsten Werke. Lange wurde sie
selbst von Mahler-Verfechtern als "zu negativ" abgelehnt,
heute gibt es über sechzig Einspielungen davon. Die Arbeit
nahm Mahler im Sommer 1903 in Maiernigg am Wörthersee
auf, wo er mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter Maria
Anna die Ferien verbrachte. Alma berichtet, dass er sich damals
in guter Verfassung befand: »Er spielte viel mit
dem Kind, das er herumschleppte, in den Arm nahm, um mit ihm
zu tanzen und zu singen. So jung war er damals und unbeschwert.«
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Maria Anna 1906
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Mahlers Villa in Maiernigg
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Alma 1905
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Alma brachte am 15. Juli ihre zweite Tochter Anna Justina
zur Welt und reiste zu ihrem Mann. »Der Sommer war
schön, konfliktlos, glücklich«, berichtet
sie in ihren Memoiren. Mahler vollendete die Sechste und fügte
den bereits bestehenden zwei Kindertotenliedern drei weitere
hinzu. Am Ende der Ferien spielte er seiner Frau die Symphonie
vor. »Wir gingen wieder Arm in Arm in sein Waldhäuschen
hinauf, wo wir mitten im Walde ohne Störung waren. All
das geschah immer mit einer großen Feierlichkeit.«
Direkt im Anschluss an diesen Bericht machte Alma die folgenden
Angaben: »Nachdem er den ersten Satz entworfen hatte,
war Mahler aus dem Walde herunter gekommen und hatte gesagt:
Ich habe versucht, dich in einem Thema festzuhalten
- ob es mir gelungen ist, weiß ich nicht. Du mußt
dirs schon gefallen lassen. Es ist das große,
schwungvolle Thema des I. Satzes."
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Das" Alma-Thema" im 1.
Satz der 6. Symphonie
"Im dritten Satz [das Scherzo] schildert er
das arhythmische Spielen der beiden kleinen Kinder,
die torkelnd durch den Sand laufen. Schauerlich - diese
Kinderstimmen werden immer tragischer, und zum Schluß
wimmert ein verlöschendes Stimmchen."
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Mahler und Tochter Maria |
"Im letzten Satz beschreibt er sich und seinen Untergang
oder wie er später sagte, den seines Helden. Der
Held, der drei Schicksalsschläge bekommt, von denen ihn
der dritte fällt, wie einen Baum. Dies Mahlers
Worte. Kein Werk ist ihm so unmittelbar aus dem Herzen geflossen
wie dieses. Wir weinten damals beide. So tief fühlten
wir diese Musik und was sie vorahnend verriet. Die Sechste
ist sein allerpersönlichstes Werk und ein prophetisches
obendrein. Er hat sowohl mit den Kindertotenliedern wie auch
mit der Sechsten sein Leben anticipando musiziert.
Auch er bekam drei Schicksalsschläge, und der dritte
fällte ihn. Damals aber war er heiter, seines großen
Werkes bewußt und seine Zweige grünten und blühten."
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Mahler mit seinen beiden Töchtern
1905 in Maiernigg
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Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang, dass Mahler nach
der Generalprobe zur Uraufführung im Mai 1906 in Essen
ganz erschüttert war. Er schluchzte, rang sich die Hände,
war seiner nicht mächtig. Kein Werk - so Alma - sei ihm
beim ersten Hören so nahe gegangen. Im Konzert soll er
die Symphonie »fast schlecht« dirigiert
haben, »weil er sich seiner Erregung schämte
und Angst hatte, daß die Empfindung während des
Dirigierens aus ihren Grenzen brechen könnte. Die Wahrheit
dieses schrecklichsten letzten Antizipando-Satzes wollte er
nicht ahnen lassen!« Es scheint, als habe Mahler
tatsächlich die tragischen Ereignisse geahnt, die das
Jahr 1907 ihm und seiner Familie bringen sollte: den Tod seiner
älteren Tochter, die Demission von der Wiener Hofoper
und vor allem die Diagnostizierung seines Herzleidens.
8. Symphonie (Alma gewidmet)
Die achte Symphonie, die Gustav Mahler seiner Frau Alma gewidmet
hat, die Symphonie mit der gewaltigsten Besetzung (drei Chöre,
Kinderchor, Vokalsolisten, erweitertes Orchester), die ihr
auch den Beinamen »Symphonie der Tausend« eingetragen
hat endet mit dem Faust-Chorus: »Alles Vergängliche
ist nur ein Gleichnis; Das Unzulängliche, hier wird's
Ereignis: Das Unbeschreibliche, hier ist's getan: Das Ewig-Weibliche
zieht uns hinan.»
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Uraufführungsplakat der
8. Symphonie in München
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Gustav Mahler mit Freunden im September
1910 in München zur Zeit der Uraufführung
der 8. Symphonie
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Die überwältigend erfolgreiche Uraufführung
am 12. September 1910 in München bildete den krönenden
künstlerischen Abschluss in Mahlers Leben. Es war das
letzte seiner Werke, das Mahler selbst vom Konzertpodium aus
der Welt vorstellte. Als er acht Monate später, am 18.
Mai 1911 starb, hinterliess er zwei unveröffentlichte
Partituren: "Das Lied von der Erde" und die 9. Sinfonie,
aber auch ein Manuskript mit dem Entwurf zu einer zehnten.
Über den Entwurf der Zehnten kursierten zunächst
nur widersprüchliche Gerüchte, und es liegt die
Vermutung nahe, dass keiner von denen, die sich über
die Zehnte äusserten, Gelegenheit hatte, das Manuskript
einer näheren Prüfung zu unterziehen. Alma Mahler
hielt den Entwurf der Zehnten unter Verschluss, und so wurde
ihm vorerst keine weitere Beachtung geschenkt.
Im Stück Alma ist die Achte
Oskar Kokoschka, Almas wildestem und verzweifeltsten Liebhaber,
zugeordnet. Das »Veni Creator spiritus« (»Komm,
Schöpfer Geist!») taucht verschiedentlich als Vorbote
der Alma-Puppe auf, Kokoschkas Verwundung und ihre Ankunft
wird durch die strahlende Chorpassage begleitet.
10. Symphonie (Almas Untreue)
Das Geheimnis der letzten Sinfonie Mahlers hat
die Menschen von jeher gefesselt. Es sieht so aus,
vermutete Arnold Schönberg, als ob uns in der
,Zehnten' etwas gesagt werden könnte, was wir noch nicht
wissen sollen. Er huldigte damit der Aura jener
ominösen Zahl, an der so viele bedeutende Sinfoniker,
darunter Beethoven und Bruckner, gescheitert waren. Auch Mahler
gelang es nicht, eine 10. Sinfonie zu vollenden. Sein letztes
Werk teilt mit Schuberts Unvollendeter den Charakter
des Fragments; mit Bruckners Neunter und dem Requiem
von Mozart verbindet diese Zehnte zugleich das
Los, dass der Tod des Komponisten die Vollendung buchstäblich
vereitelt hat.
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Arnold Schönberg: Portrait Gustav
Mahler (1910)
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Handschriftliche Notizen Mahlers auf
der Partitur zur 10. Symphonie: "Der
Teufel tanzt mit mir... Wahnsinn, faß mich an,
Verfluchten! Vernichte mich... daß ich vergesse,
daß ich bin! Daß ich aufhöre, zu sein...
daß ich verschw
"
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Die Manuskripte zur Zehnten entstehen zwischen
dem 3. Juli und dem 3. September 1910. Diese Wochen verbringt
Mahler in seinem Südtiroler Feriendomizil bei Toblach;
In diesem Sommer wird die kompositorische Besinnung durch
Ereignisse von tief greifender, existentieller Bedeutung gestört:
Durch ein Versehen (oder gezielte Indiskretion) erfährt
Mahler von der Affäre, die seine Frau Alma seit Anfang
Juni mit dem Architekten Walter Gropius unterhält. Die
Enthüllung vernichtet für ihn jäh alle familiäre
Sicherheit. Verlustängste quälen ihn fortan - und
dies, wie man heute weiß, keineswegs ohne Grund: Denn
trotz einer Aussprache mit Gropius verfolgt Alma die intime
Beziehung heimlich weiter. Um der unmittelbaren psychischen
Folgen der Ehekrise Herr zu werden, reist Mahler Ende August
ins holländische Leiden und sucht in einem therapeutischen
Gespräch Rat bei Sigmund Freud. Die Konsultation dauerte
höchsten vier Stunden und hatte trotzdem durchschlagenden
Erfolg.
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Almas Vater,
Emil Jakob Schindler
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In einem Brief an seine Schülerin Marie Bonaparte äußert
sich Freud zu seiner Diagnose:
«Mahlers Frau Alma liebte ihren Vater Rudolf Schindler
und konnte nur diesen Typus suchen und lieben. Mahlers Alter,
das er so fürchtete, war gerade das, was ihn seiner Frau
so anziehend machte. Mahler liebte seine Mutter und hat in
jeder Frau deren Typus gesucht. Seine Mutter war vergrämt
und leidend, und dies wollte er unterbewußt auch von
seiner Frau Alma.»
Mit dieser Analyse gab Freud eine Art versteckte Lizenz zum
Inzest und bescherte den beiden dadurch letzte gemeinsam glückliche
Monate. Alma war allerdings empört, als Freud ihr kurz
nach Mahlers Tod im Mai 1911 ungeniert die Rechnungfür
diese kurze analytische Sitzung in Leiden zusandte.
Mit einem Bekenntnis beginnt Almas Vorwort zur ersten Faksimile-Ausgabe
der 10. Symphonie von 1924: "...Habe ich es erst für
mein teures Recht gehalten, den Schatz der zehnten Sinfonie
im Verborgenen zu wahren, so weiss ich es nunmehr als meine
Pflicht, der Welt die letzten Gedanken des Meisters zu erschliessen.
Die einzig richtige Form der Veröffentlichung der zehnten
Symphonie konnte nur die Faksimilierung sein. Sie verkündet
nicht nur die letzte Musik des Meisters, sie zeigt in den
erregten Zügen der Handschrift das rätselhafte Selbstbildnis
des Menschen und zeugt für ihn fort. Manche werden in
diesen Blättern wie in einem Zauberbuch lesen, andere
wieder werden vor magischen Zeichen stehen, zu denen ihnen
der Schlüssel fehlt, keiner wird sich der Macht entziehen,
die von diesen Notenzügen und hingeschleuderten Wortekstasen
weiterwirkt".
Mahler hatte seine Verzweiflung über die Ehekrise auf
die Partitur geschrieben:
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Für dich
leben! Für dich sterben! Almschi!
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Erbarmen!oh, Gott!
Oh, Gott! Warum hast du mich verlassen? -
Der Teufel tanzt mit
mir... Wahnsinn, faß mich an, Verfluchten! Vernichte
mich... daß ich vergesse, daß ich bin! Daß
ich aufhöre, zu sein... daß ich verschw
Du allein weißt, was es bedeutet.
Ach! Ach! Ach! Leb' wol mein Seitenspiel! Leb wol... Leb wol...
Leb wol... Ach wol... Ach, ach.
Diese erste Faksimile-Ausgabe blieb nicht die einzige Bemühung
Almas im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Zehnten.
1924 konsultierte sie den Komponisten Ernst Krenek (ihren
Schwiedersohn) hinsichtlich einer möglichen Vervollständigung
des Manuskripts. Er sagte zu" beschränkte sich aber
darauf, eine Reinschrift des Adagios (l. Satz) und eine aufführbare
Partitur des "Purgatorio" (3. Satz) anzufertigen.
Als gewiefte Geschäftsfrau habe sie die Idee gehabt,
erinnert sich Ernst Krenek, Mahlers neun Symphonien
eine zehnte hinzuzufügen, denn es schien ein einfaches
Rechenexempel zu sein, dass zehn Symphonien in den Konzertprogrammen
mehr bringen würden als neun. Er entschied
aber, dass er nur die Teile Adagio und Purgatorio
edieren könne, die restlichen drei Sätze jedoch
nicht anrühren würde: Es hätte der
schamlosen Kühnheit eines unsäglichen Barbaren bedurft,
um den Versuch zu wagen, dieses leidenschaftliche Gekritzel
eines sterbenden Genies zu orchestrieren. Alma war zutiefst
enttäuscht und verstimmt, als ich ihr diesen Stand der
Dinge erklärte. Ich freue mich, dass ich hart blieb und
nicht einmal im Traum daran dachte, bei einer abscheulichen
Betrügerei behilflich zu sein. Auch Arnold
Schönberg lehnte einen Versuch zur Vervollständigung
ab, Alban Berg war 1924 zwar bereit dazu, traute sich aber
wegen Schönbergs ablehnender Haltung nicht, und Webern
und Schostakowitsch zeigten kein Interesse an einer solchen
Arbeit.
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Ernst Krenek
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Arnold Schönberg
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Alban Berg
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Wie es zu dem Sinneswandel bei Alma Mahler kam, erläutert
Richard Specht: "Ich habe unwissentlich ein Unheil
angerichtet und muss es gutmachen. In meinem Buch über
Gustav Mahler habe ich über seine zehnte Sinfonie berichtet
und gesagt, es sei des Meisters Wille gewesen, dass dieses
Werk nach seinem Hinscheiden verbrannt werden soll... Erst
viel später erfuhr ich - und Frau Mahler bestätigte
es mir - dass sein Wunsch... nicht ihr gegenüber, sondern
zu seinem New Yorker Freund und Arzt Dr. Josef Fränkel
geäussert worden war, ja dass er zu seiner Frau in den
letzten Wochen seines Lebens in ganz anderem Sinn, manchmal
voll Hoffnung auf ein Vollendenkönnen des Werkes, manchmal
als von einer in der Skizze ganz fertig gestellten Arbeit
gesprochen habe, mit der sie nach Gutdünken schaffen
solle... Als ich den wahren Sachverhalt erfuhr, war ich der
erste, der Frau Mahler beschwor, das Manuskript wieder hervorzuholen...
Sie holte den Entwurf der fünfsätzigen Sinfonie...
und wir entdeckten ... zu unserer grossen Überraschung,
dass zwei Sätze. des Werkes... so vollkommen fertig und
bis auf jedes Instrument aufgezeichnet waren, dass man sie,
ohne eine Note zu ändern, einfach aus der Skizze in Partiturform
bringen konnte."
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"Liebst Du um Schönheit"
(Lied, Privatissimum an Alma)
Alma litt im Sommer 1902 unter heftigen Gefühlsschwankungen,
die sie sich selbst nicht erklären konnte. Jetzt
vergehe ich vor Liebe zu ihm - und im nächsten Moment
empfinde ich nichts, nichts! Ihre Zustände,
zwischen depressiven Stimmungen und moralischen Selbstbezichtigungen
hin- und herschwankend, stehen im Kontrast zum Klischee der
glücklichen, noch dazu in guter Hoffnung befindlichen
Ehefrau an der Seite eines faszinierenden Künstlers.
Und immer diese Tränen, seufzte sie in
ihrem Tagebuch. "Noch nie habe ich so viel geweint,
als jetzt, wo ich doch alles habe, wonach ein Weib nur streben
kann." Auch Mahler hatte gemerkt, dass mit seiner
Frau etwas nicht stimmte. Er reagierte auf seine Art, indem
er für Alma ein Lied komponierte. Als ein Privatissimum
an Dich bezeichnete er seine Vertonung des Rückert-Gedichtes
Liebst Du um Schönheit. Alma freute sich
zwar über dieses Geschenk; die grundsätzliche Problematik,
die sich auch aus Almas Unzufriedenheit mit sich selbst ergab,
wurde dadurch aber nicht gelöst. Oft fühle ich,
wie wenig ich bin und habe im Vergleich zu seinem unermesslichen
Reichtum!
"Ich bin der Welt abhanden gekommen"
(Liebeslied)
Primal Light - Urlicht (Jüdische
Wurzeln in Mahlers Musik)
Vom amerikanischen Jazz-Komponisten Uri Caine gibt es Transkriptionen
von Mahlers Musik, Primal light - Urlicht aus
der 2. Symphonie, in denen er die europäischen Elemente
heraus filtert und die jüdischen Elemente in Mahlers
Musik in den Vordergrund stellt.
ALEXANDER
ZEMLINSKY (Kompositionslehrer & Almas Geliebter)
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Alma Schindler 1900
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Alexander Zemlinsky
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Im Frühjahr 1900 traf die zwanzigjährige Alma auf
Alexander von Zemlinsky. Der 29-jährige Komponist galt
als eine der großen Hoffnungen der Wiener Musikszene.
Als Alma ihn zum ersten Mal in einem Sinfoniekonzert sah notierte
sie erschrocken in ihr Tagebuch: Eine
Carricatur - kinnlos, klein, mit heraus quellenden Augen und
einem zu verrückten Dirigieren.
Gut zwei Wochen später lernte sie den Komponisten auf
einer Soiree persönlich kennen und fand ihn immer noch
furchtbar hässlich, hat fast
kein Kinn - und doch gefiel er mir ausnehmend. Alma
und Zemlinsky unterhielten sich an diesem Abend lange über
Richard Wagner, insbesondere über den Tristan.
Als Alma ihm eröffnete, dieses Werk sei ihre Lieblingsoper,
war Zemlinsky so erfreut, dass er
nicht wiederzuerkennen war. Er wurde ordentlich hübsch.
Jetzt verstanden wir uns. Er gefällt mir sehr - sehr.
Zwischen der attraktiven und parkettsicheren Alma und dem
zurückhaltenden Zemlinsky entwickelte sich bald ein intensives
Verhältnis. Unter seiner Führung komponierte das
musikalisch begabte Fräulein eine Reihe von Liedern.
Ab Herbst 1900 ging es um mehr als um den Unterricht. Zemlinsky
und Alma Schindler begannen eine ebenso heftige wie problematische
Liebesbeziehung, Sie ließ sich von ihm küssen,
streicheln, erlaubte ihm jede Intimität bis auf die letzte
und raubte ihm damit fast den Verstand. Die Beziehung war
ein Wechselbad der Gefühle, Alma quälte Zemlinsky
zwei Jahre lang, bis sie sich 1902 gegen ihn und für
eine Ehe mit dem um zwanzig Jahre älteren Gustav Mahler
entschied.
Nach Almas Heirat mit Mahler brach der Kontakt zwischen beiden
zunächst ab; nach 1903 kam es aber wieder zu regelmäßigen
Briefwechseln und Begegnungen. Auch viele Jahre nach ihrer
Liebesbeziehung löste die Begegnung mit Alma Mahler besondere
Gefühle in ihm aus. Als sich Alma 1917 negativ über
Zemlinskys Oper Eine florentinische Tragödie
äußerte, reagierte er mit einem seiner rhetorisch
brillantesten Briefe voller Schärfe und Emotion.
Viele Werke Zemlinskys sind entweder Alma gewidmet oder spiegeln
das Verhältnis der schönen, unerreichbaren Frau
und des hässlichen Gnoms wieder. (Der
Geburtstag der Infantin)
Alexander Zemlinskys siebenteilige Lieder-Symphonie "Lyrische Suite" ist eine Reflexion auf die unglückliche Liebe zu Alma. Zemlinsky wurde dazu von Gustav Mahlers "Das Lied von der Erde" inspiriert und weigerte sich, sein Werk gemeinsam mit der unvollendet gebliebenen 10. Symphonie Mahlers uraufführen zu lassen, die dessen Reaktion auf Almas Affäre mit dem Architekten Walter Gropius war.
> weiter
zu Teil 2 von "Alma in der Musik anderer Komponisten"
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