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Szenenphotos
   Alma in Prag (2011)
   Alma im Telegrafenamt (2010)
   Alma in Jerusalem (2009)
   Alma im Telegrafenamt (2009)
   Alma im Telegrafenamt (2008)
   Alma am Semmering (2007)
   Alma in Berlin (2006)
   
Alma in Petronell (2005)
   Alma in Los Angeles (2004)
   
Alma in Lissabon (2003)
   Alma in Venedig (2002)
   Alma in Wien (1996-2001)
   Alma der Film
 
Location - Panorama
   Überblick 1996-2011
   Prag 2011
   Jerusalem 2009
   k.k Post und Telegrafenamt 2009
   k.k Post und Telegrafenamt 2008
   Semmering 2007
   Berlin 2006
   Petronell 2005
   Los Angeles 2004
   Lissabon 2003
   Venedig 2002
   Purkersdorf 1996-2001
 
Die Spielorte
   
Martinický Palác (Prag)
   
The Russian Compound (Jerusalem)
   
k.k. Post- und Telegrafenamt (Wien)
   
Kurhaus Semmering (Semmering)
   Kronprinzenpalais (Berlin)
   Schloss Petronell (Petronell)
   Los Angeles Theatre (Los Angeles)
   Convento dos Inglesinhos (Lissabon)
   Palazzo Zenobio (Venedig)
   Sanatorium Purkersdorf (Wien)
 
 

Entartete Kunst

1933
Neuordnung der Sammlung: die Gemälde Max Liebermanns und der französischen Impressionisten werden ins Stammhaus überführt, im Erdgeschoss werden jetzt die Werke von Munch und van Gogh gezeigt, sowie Franzosen, Spanier und fünfzehn neu erworbene italienische Künstler, darunter de Chirico, Carra, Severini und Modigliani. Im Obergeschoss kommt je ein Raum für Beckmann und Barlach hinzu, ergänzt durch zahlreiche Neuerwerbungen.

Hermann Göring besucht das Kronprinzenpalais anlässlich der Einweihung des italienischen Saales am 8. und 14. Februar und empört sich besonders über die Werke Edvard Munchs. Am 15. Februar wird die umgestaltete Sammlung unter grossem Publikumsinteresse eröffnet.

Direktor Justi (rechts) am Balkon des Kronprinzenpalais

Im März formulieren Museumsbeamte einen Protestbrief an den Kultusminister, in dem sie für Direktor Justi eintreten, dem vorgeworfen wird, „jüdischer Kunst“ und „marxistischen Geschäften“ Vorschub zu leisten. Im Sommer ordnet Reichskanzler Adolf Hitler die „Säuberung“ des Kronprinzenpalais an, befiehlt aber die Werke nicht zu vernichten, sondern als „Dokumente einer dunklen Zeit deutscher Geschichte“ aufzubewahren.

Am 1. Juli wird Ludwig Justi vom Amt des Direktors beurlaubt und in die Kunstbibliothek strafversetzt. Die Entwicklung des Kronprinzenpalais wird jäh unterbrochen.

1934
Eberhard Hanfstaengel wird Justis Nachfolger. Mit Umsicht versucht er besonders attackierte Werke zu entfernen und tauscht Figurenbilder von Nolde, Schmidt-Rottluff, Marc, Feiniger, Klee und Beckmann gegen unverfänglichere Landschaften und Stillleben der Künstler aus. Abstrakte Werke von Picasso, Braque und Gris lagert er im Magazin. Die Attacken der nationalsozialistischen Presse gegen die Kunst im Kronprinzenpalais nehmen zu.

Franz Marc und Wilhelm Lembruck ("Kniende")

1935
Im Februar kommt es durch die Gestapo in Auktionshaus Max Perl Unter den Linden zur Beschlagnahmung von 64 Werken moderner Kunst, darunter Werke von Max Pechstein, Otto Mueller und Karl Hofer. Die Gestapo betraut Hanfstaengel mit der Aufgabe, einen geringen Teil als „kulturgeschichtlich bedeutend“ auszusondern, den Rest jedoch zu vernichten. Hanfstaengel rettet 5 Gemälde und 10 Zeichnungen, der Rest wird am 20. Mai 1936 auf Anweisung der Gestapo im Heizungskeller des Kronprinzenpalais verbrannt.

1936
Während die Bestände moderner Kunst in vielen Museen bereits magaziniert werden, bleibt die Sammlung des Kronprinzenpalais noch bis Oktober öffentlich zugänglich. Am 30. Oktober wird das obere Stockwerk mit Malereien und Plastiken der Expressionisten endgültig geschlossen.

Samuel Beckett besucht das rudimentäre Kronprinzenpalais und notiert im Tagebuch: „Unspeakable Sittenausstellung“ (19.12.), „Erdgeschoss: Chirico, Modigliani Mädchen, Kokoschka, Feininger, die Treppe hoch Sintenis, Kollwitz und Corinth“ (20.1.1937)

1937
Totales Verbot jeglicher Kunst der Moderne. Maler, Schriftsteller und Komponisten erhalten - soweit sie nicht emigriert sind - Arbeits- und Ausstellungsverbot. Das bereits seit 1933 bestehende Ankaufsverbot für nicht-arische und moderne Kunstwerke wird verschärft.

Am 30. Juni ermächtigt Goebbels den Präsidenten der Reichskammer der bildenden Künste, Ziegler, „Werke deutscher Verfallskunst seit 1910 zum Zwecke einer Ausstellung auszuwählen und sicherzustellen“. Hunderte Kunstwerke werden aus Museen entfernt und für die am 19. Juli in München eröffnete Ausstellung "Entartete Kunst" konfisziert. Andere werden zerstört oder im Ausland über Kommissionäre verkauft. Insgesamt werden aus deutschen Museen 12.000 Grafiken und 5000 Gemälde entfernt.

Am 7. Juli werden auch 435 Werke der Nationalgalerie beschlagnahmt, darunter Gemälde von van Gogh und Munch, von Barlach, Beckmann und Klee und über 100 expressionistische Werke, darunter allein 31 von Emil Nolde. Ergänzend werden Preise und Art und Weise der Beschaffung notiert.

Besonders argwöhnisch reagiert die Kommission auf Kokoschka und fordert dessen nach Wien ausgeliehene Bildnisse des Ehepaares Loos zurück. Konfisziert wird allerdings nach längerer Diskussion nur sein Gruppenbildnis „Freunde“.

   
Minister Goebbels besucht die Ausstellung "Entartete Kunst"
 
Die Ausstellung "Entartete Kunst" in München mit Werken von Marc, Corinth und Lehmbrucks "Knieende"

Hanfstaengel verweigert der Beschlagnahmekommission seine Mitarbeit und wird daraufhin beurlaubt. Noch im selben Monat wird über einen Großteil der expressionistischen Gemälde im Obergeschoss das Verdikt der „Verfallskunst“ gefällt. Mitte August kommt es zu einer zweiten Beschlagnahmeaktion von weiteren 67 Gemälden.

1938
Um die gesetzeswidrigen Beschlagnahmungen nachträglich zu sanktionieren wird ein Gesetz zur entschädigungslosen Enteignung öffentlichen Kulturbesitzes erlassen.

1939
Die Nationalgalerie erhält  am 14. Februar die Anweisung, alle konfiszierten Werke aus ihren Inventarlisten zu löschen. Damit endet die „Galerie der Lebenden“ im Berliner Kronprinzenpalais, die glanzvollste Periode einer in Deutschland einzigartigen Sammlung.

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